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This castle hath a pleasant seat; the air
Nimbly and sweetly recommends itself
Unto our gentle senses.

Macbeth, Act 1, Scene 6
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Die Wiese unterhalb der Burg Alt-Eberstein war das Ergebnis
einer systematischen Suche nach dem optimalen Beobachtungspunkt
zwischen Karlsruhe und Baden-Baden.
Am 13. Mai 1999 starteten Matthias Brend'amour und Josef Gräf
eine Expedition zu den Kammlagen der die Rheinebene nach Osten hin begrenzenden
Berge. Diese Expedition wurde von langer Hand vorbereitet.
Bis zum Mai 1999 hatte sich kaum jemand über den Beobachtungsplatz
Gedanken gemacht. "Da fährt man irgendwohin in die Totalitätszone",
war eine verbreitete Haltung. Manche wollten in eine Großstadt fahren,
um das Jahrhundertereignis inmitten großer Menschenmassen bei
Innenstadtbeleuchtung zu erleben.
Bereits im Jahre 1996 hatte der Chronist in Gießen mit Freunden
den Schlechtwetterfall erörtert. Notfalls würde man einen Tag
vorher mit dem Flugzeug schnell nach Budapest fliegen, wenn
sich schlechtes Wetter abzeichnen sollte. Der Anblick der verfinsterten
Sonne werde man sich auf keinen Fall entgehen lassen.
Als in den Jahren 1997/1998 irgendwann die erste Skizze über
die Totalitätszone auftauchte, favorisierte der Chronist sofort
die Berge am Ostrand der Rheinebene
zwischen Baden-Baden und Ettlingen. Hier könnte man vielleicht einen
Platz mit guter Fernsicht finden. Außerdem hatte diese Gegend
den Ruf, von der Sonne verwöhnt zu sein.
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Den optimalen Beobachtungspunkt zu finden...
Aus einem Brief von Josef Gräf an Dr. Rolf Wilmes am 27. März 1999
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Wie kommt die Zentrallinie in der Expeditionskarte?

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Und insgesamt neun Stellen ausgewählt ...
Aus einem Brief von Josef Gräf an Matthias Brend'amour am 3. Mai 1999
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Die Entdeckung der Wiese

Alle neun Punkte stellten sich für die Beobachtung al ungeeignet heraus,
denn nirgendwo gab es den erhofften freien Blick in die Rheinebene.
Gegen Abend waren die beiden Expeditionsteilnehmer des Suchens müde
und planten, die Aktion für gescheitert zu erklären.
Nach der Besichtigung des neunten und letzten Punktes "Mahlberg"
entfaltete man eine Autokarte 1:200000, um sich zu orientieren.
Auf dieser Karte zog eine eine kleine Freifläche nordöstlich von Baden-Baden
die Aufmerksamkeit auf sich. Diese Stelle beim Aussichtspunkt Ebersteinburg
könnte man noch untersuchen.
Darauf fuhr man nach Ebersteinburg,
parkte im Dorf und besichtigte zunächst die Burg.
Vom Turm der Burg aus bot sich eine herrliche Aussicht.
Ob das für den 11. August gut genug sein könnte, schien zweifelhaft,
denn der Burgturm bot nur Platz für etwa 30 Personen.
Etwas frustriert fuhr man bergab weiter in Richtung Rheinebene.
"Halte mal an, da ist eine Wiese", rief der Beifahrer (J.G.) nach 1km plötzlich,
"das isses!"
Das war der Beobachtungsplatz, wonach man den ganzen Tag lang gesucht hatte:
Eine große, aber trotzdem idyllische Wiese unterhalb der mittelalterlichen Burg.
Auch tausend Beobachter würden hier genug Platz haben und eine
gute Fernsicht nach Westen und Norden genießen können. Man würde während der
Finsternis über die Rheinebene hinweg und bis zu den
Kraftwerkskühltürmen der Stadt Philippsburg bei Speyer sehen können.
Zwar würde nach Osten und Süden hin der Blick durch ansteigendes
Gelände begrenzt sein, doch dies schien nicht nachteilig.
Später sollte sich die Wiese als wahrer Glücksgriff erweisen.
Sie lag inmitten der
Totalitätszone,
nicht zu weit von der im
Norden gelegenen Zentrallinie entfernt. Die Wiese war zudem
problemlos mit Bahn und Bus erreichbar. Daß schließlich
am 11. August 1999 im entscheidenden Moment eine ausreichend
große Wolkenlücke heranzog, machte diese Wiese zum
vermutlich besten Beobachtungsplatz in Westeuropa.
Nachdem das Fahrzeug am Wegesrand abgestellt worden war,
wurde die Karte ausgebreitet, der Kompaß abgelesen und die Stelle,
wo sich eine Bank befand, in die Karte eingezeichnet.
Noch etwa ein bis zwei Stunden verbrachte das Expeditionsteam an
diesem angenehmen Ort und erholte sich vom Streß des Tages.
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"Die Wiese des 11. August" am 13. Mai 1999
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Photo: Josef Gräf (13.5.1999)
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"Den genauen Ort werde ich nicht verraten
sonst sind morgen die ganzen Gießener da und wir haben keinen Platz mehr..."
Radiointerview mit R. Euler im Hessischen
Rundfunk (hr4)
am 10. August 1999 (7 min, MP3, 3,4 MB).
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