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Venusdurchgang am 6. Juni 2012
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Venus
Bei Sonnenaufgang um 5:20 Uhr MESZ zu sehen
Sonne

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  What will be the state of science when the next transit season arrives God only knows. William Harkness, 1882


Die Venusdurchgangswiese Fotomontage für den Venusdurchgang am 6.6.2012.
Bitte anklicken.


Gießen (6.6.2006). Zum letztenmal werden wir am 6. Juni 2012 einen Venusdurchgang beobachten können - wenn keine Wolken sind. In Mitteleuropa werden wir dann erleben, dass die Sonne zusammen mit der Schwarzen Venus aufgeht.
Man sollte sich einen Beobachtungsort aussuchen, der eine gute Sicht auf die aufgehende Sonne ermöglicht. Ein solcher Beobachtungsort ist Lüli bei Gießen, welcher sich schon bei der partiellen Sonnenfinsternis am 31.5.2003 bewährt hat.
Vielleicht wird ja alles gut und der Sonnenaufgang ist ähnlich romantisch wie in der Fotomontage rechts und vielleicht klappt es sogar, den Venusdurchgangsmarsch am Beobachtungort von einer Musikkapelle spielen zu lassen.




So wird die Sonne mit der Schwarzen Venus aussehen

Die beiden Bilder rechts zeigen den Planenten Venus als Pünktchen vor der Sonnenscheibe am Mittwoch, dem 6. Juni 2012 für Beobachter in Gießen an der Lahn.
Die Bilder sind so orientiert, dass sie seitenrichtig und der Zenit oben ist. Das entspricht dem Anblick mit bloßem, aber durch eine SoFi-Brille geschütztem Auge oder dem Anblick durch ein mit Folie präpariertes Fernglas. Das untere Bild zeigt die Spur der Venus auf der Sonnenscheibe (5:20 Uhr, 5:50 Uhr, 6:20 Uhr MESZ, zum Vergrößern bitte anklicken).
Den Venusdurchgang können wir in Gießen ab 5:20 Uhr MESZ anderthalb Stunden lang beobachten. Um 5:20 Uhr wird die Sonne zusammen mit der Schwarzen Venus ganz aufgegangen sein, d.h. die Sonnenscheibe berührt mit dem unteren Rand gerade noch den Horizont. Das gilt für den Beobachtungsort Lüli. Von Lüli aus gesehen wird der Horizont vom Altenbusecker Wald gebildet und die Sonne wird 1°39' rechts von der Stelle aufgehen, die zur SoFi2003 berechnet wurde.
Um 6:37:25 Uhr berührt die Venus Sonnenrand von innen. Das ist der zweite innere oder "dritte" Kontakt.
Um 6:54:50 Uhr wird die Venus ganz aus der Sonnenscheibe verschwunden sein. Das ist der zweite äußere oder "vierte" Kontakt.
Wer den Venusdurchgang in seiner Gänze beobachten will, der könnte z.B. nach Nordnorwegen fahren. Die globale Sichbarkeit zeigt diese Karte. Nach 2012 gibt es erst im Jahre 2117 den nächsten Venusdurchgang.
Die Uhrzeiten hat der Autor am 1. Mai 2006 mit dem Astronomieprogramm SkyMap Pro 11 für den Beobachtungsort Gießen (50°35'Nord, 8°42'Ost) berechnet. Allerdings unterscheiden sich die Kontaktzeiten für verschiedene Orte auf der Erde nur wenig (vierter Kontakt in Hammerfest: 4:53:10 UT, in Gießen: 4:54:50 UT, in Sydney: 4:44:00 UT).

Ein Fotomontage.
Der Venusdurchgang am 6. Juni 2012 um 5:20 Uhr MESZ.
Das Bild ist eine Fotomontage des Autors (April 2006).



Bitte anklicken. Die Spur der Venus auf der Sonnenscheibe ab 5:20 Uhr MESZ, Fotomontage des Autors (April 2006). Zum Vergrößern bitte anklicken.



Die Spur der Venus - eingenordet, fast gleich für alle Beobachter

Das kleine Bild rechts ist ebenfalls seitenrichtig, aber hier ist der Himmels-Nordpol oben und nicht der Zenit. Es ist daher fast gleich für alle Beobachtungsorte auf der Erde.
Die Tatsache, dass es nur fast gleich ist für alle, wird sofort aus dieser Skizze ersichtlich: die an zwei verschiedenen Beobachtungsorten beobachteten Spuren können um ein winziges Stückchen parallel verschoben sein. Der Abstand zweier solcher Spuren kann höchstens 44 Bogensekunden betragen, das ist weniger als der Durchmesser des Venusscheibchens (58''), aber genau dieser winzige Unterschied war das Thema der Astronomie des Zeitalters der Aufklärung.
Das Bild zeigt die Spur der Venus vor der Sonne, ab 5:20 Uhr alle 30 Min. durch schwarze, davor durch graue (alle 60 Min.) Kreise markiert.
Mit einem astronomischen Fernrohr mit Amici-Prisma, welches ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild erzeugt, auf einer parallaktischen Montierung wird man diese Spur in derselben Richtung verfolgen können. Während der Beobachtung wird die Sonnenscheibe sich nicht scheinbar drehen wie bei einer azimutalen Orientierung (Zenit oben, s. oben).
Die Spuren der Venusdurchgänge von 1631 bis 2012 zeigt dieses Bild.


Ein Fotomontage. Die Spur der Venus (Norden oben). Fotomontage des Autors (April 2006).


Links

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World Visibility of the Transit of Venus 2012
Eclipse map courtesy of Fred Espenak - NASA/Goddard Space Flight Center. For more information on solar and lunar eclipses, see Fred Espenak's Eclipse Home Page: http://sunearth.gsfc.nasa.gov/eclipse/eclipse.html



© 6. Juni 2006    by Josef Gräf,   Venusdurchgang am 6. Juni 2012